Vertreterversammlung 2026
von Carsten Henning
Baugenossenschaft Holstein investiert weiter
Höhere Zinsen und steigende CO₂-Kosten prägen das Geschäftsjahr 2025 – die Mieten bleiben dennoch deutlich unter dem Durchschnitt.
Bei der Vertreterversammlung der Baugenossenschaft Holstein zog Vorstandsvorsitzender Carsten Henning eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2025. „Es war ein Jahr, das uns viel abverlangt hat – wirtschaftlich, politisch und organisatorisch. Und dennoch war es ein gutes Jahr“, sagte er.
Die Bilanzsumme sank von 90,3 auf 82,1 Millionen Euro. Hintergrund ist der gezielte Abbau von Verbindlichkeiten. Der Jahresüberschuss lag bei 1,3 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote stieg von 39 auf 44,5 Prozent. „Wir stehen wirtschaftlich solide da“, stellte der Vorsitzende fest.
Sieben Millionen Euro Investitionen
Trotz gestiegener Zinsen sieht Henning die Genossenschaft gut aufgestellt, denn bis 2027 seien Finanzierungen über Bausparmodelle abgesichert. Rund sieben Millionen Euro investierte die Baugenossenschaft Holstein 2025 in ihren Bestand. Davon flossen 4,2 Millionen Euro in die Instandhaltung und 2,8 Millionen Euro in energetische Modernisierungen am Holsatenring und in der Wasbeker Straße. Die Maßnahmen wurden vollständig aus Eigenmitteln finanziert.
Als besorgniserregend bewertete Henning die steigenden Belastungen. Die anteiligen CO₂-Kosten der Genossenschaft an den Heizkosten seien innerhalb von einem Jahr von 60.000 auf 170.000 Euro gestiegen, obwohl über 90 Prozent der Wohnungen mit Fernwärme beheizt werden. Die Ursache ist das CO2-Kostenaufteilungsgesetz der Bundesregierung, das den Vermieteranteil an den CO2-Emissionen regelt. Weitere Kostensteigerungen erwartet Henning durch den europäischen CO₂-Emissionshandel.
Mietpreis bleibt niedrig
Dennoch bleibt Wohnen bei der Baugenossenschaft vergleichsweise günstig: Die Durchschnittsmiete stieg nur leicht von 5,56 auf 5,70 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt sie deutlich unter dem Durchschnitt der Mitglieder im Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) in Schleswig-Holstein von 6,74 Euro pro Quadratmeter.
Außerdem gab es Stühlerücken im Aufsichtsrat: Nach 16 Jahren übergab Jörg Hagedorn den Vorsitz an Thorsten Wensien. Für sein Engagement wurde Hagedorn von VNW-Geschäftsführer Christoph Kostka mit der Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. Hagedorn bleibt Mitglied im Aufsichtsrat, wiedergewählt wurde außerdem Claus Rogel.
Für 25 Jahre ehrenamtliches Engagement als Vertreter wurden Lars Müller, Michael Dettmann, Bärbel Hagedorn und Britta Vogel geehrt.